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#21 – Metal Gear Fast Food: Flamingo Edition

Von am Mrz 24, 2014 in Blog

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Bisher war ich immer der Meinung, dass in jedem normalen Haushalt ein Fernseher vollkommen ausreichend ist.

Zusätzlich besitzen wir in unserem Haushalt zwei Tablets, die eigentlich für Redundanz bei der Auswahl einer geeigneten (digitalen) Freizeitbeschäftigung sorgen sollten.

Aber wie so oft scheitert es nicht an der vorhandenen Technik, sondern an den eigentlichen Anwendern.

Kurz bevor unsere Tochter geboren wurde, erstellten meine Freundin und ich eine Liste mit Konsumgütern, die unserer jeweiligen Meinung nach unabdingbar für die reibungslose Aufzucht unseres Nachwuchs sind.

Die Liste von Simone war gefüllt mit alltäglichen Dingen wie einer großen Menge an Kleidungsstücken, Spucktüchern, sowie ein paar wenige Spielsachen, die für Babys besonders lernfördernd sein sollten. Schlau wie meine Freundin ist, standen auch Sachen an die ich selbst nie gedacht hätte auf der Liste. Beispielsweise eine Waschschüssel für das Kinderzimmer oder ein Wärmestrahler für die Wickelkommode. Letzteres kannte ich nicht einmal, da in meiner Kindheit nie vorhanden… womit ich allerdings endlich die Erklärung fand, warum ich so ein verdammt harter Kerl bin.

…::: Meine dritte Geheimidentität : Colossus :::…Colossus von den X-men

Meine Liste hingegen war zwar überschaubar, dadurch aber nicht weniger praktisch! Ich hatte das einzig wirklich wahre Gadget aufgeschrieben, dass ich einer jeden Familie der Neuzeit nur ans Herz legen kann.

Das “Google NEXUS 7 Tablet” stellte sowohl die erste als auch einzige Position auf meiner Liste dar. Die Gründe zur Überzeugung meiner Freundin waren denkbar einfach:

– Videochat mit meiner Tochter und Freundin wenn ich auf der Arbeit bin

– Einrichten als hypermodernes Babyphone mit Verbindung zu meinem Smartphone

– Dank kleinem 7” Display auch bequem mit einer Hand zu halten. In der anderen ist schließlich zukünftig das Baby

– Im Gegensatz zu unserem alten iPad, neu verbaute Technik und somit die neuesten Zeitmanagement-Spiele für meine Freundin

Zähneknirschend stimmte meine Freundin zu und wenige Tage später, bei Eintreffen der Sendung, schlug mein “Technik-Geek-Herz” deutlich höher.

Tatsächlich konnte ich mich in der Anfangszeit, wie in einem meiner ersten Blogs beschrieben, mit kleineren Mobilegames als VideoGameDad über Wasser halten.

Bei meiner Freundin sorgte das kleine Teil aber zunehmend für Frust. Ihrer Auffassung nach reagiert es schlechter als das iPad, die Schrift auf dem Display ist viel zu klein und außerdem laufen auch auf dem NEXUS 7, wie auch auf dem iPad, keine Internetseiten mit Flash.

Videokonferenzen haben wir in den letzten fünf Monaten genau 3 Stück auf die Reihe bekommen. Das Klingelgeräusch bei einem Videoanruf ist meiner Freundin eher unbekannt und wird mit einem “Was ist das? Wo kommt das her? Ach schon vorbei… gut erledigt” abgetan oder ich rufe so ungünstig an, dass Sie gerade am stillen oder wickeln ist. Einen Rückruf habe ich nie erhalten. Ich müsste somit eigentlich vorher auf dem Festnetz anrufen und sagen: “Nimm dir das Nexus in die Hand, ich rufe dich auf dem Gerät gleich an”, was das Ganze mit der Zeit irgendwie im Sand verlaufen ließ.

Will ich das NEXUS abends nach der Arbeit dann selbst benutzen, ist es meist leer weil meine Freundin es bisher nicht auf die Reihe bekommen hat, das Tablet an die Steckdose zu hängen wenn es leer ist.

Warum auch?! Ist der Akku des “Scheißpad” (wie sie es liebevoll aufgrund ihrer Erfahrungen getauft hat) aufgebraucht, wird einfach das iPad zur Hand genommen.

“Überhaupt hält der Akku des iPad viel länger!!!” sagt sie ständig. Meiner Beobachtung nach liegt dies daran, dass Simone am NEXUS gerne Webradio hört und wenn die Situation Ruhe erfordert, ist es für Sie viel leichter einfach die Lautstärke des Tablets nach unten zu regulieren, als die Webradio-App zu beenden. Somit läuft die App im Hintergrund weiter und streamt über die nicht fürs stromsparen bekannte WLAN-Technik das aktuelle Radioprogramm…

Ich habe folgendes daraus gelernt:

Treffe ich demnächst einen Philosophen und er stellt mir die tiefsinnige Frage: “Macht ein Baum der im Wald umfällt auch dann ein Geräusch, wenn ihn niemand hört?”, blicke ich ihm tief in die Augen und antworte mit einer möglichst tiefen Stimme: “Verbraucht eine Webradio-App auch bei ausgestellten Lautsprechern Strom?!”.

…:::: Morpheus der Klugscheißer :::….21_morpheuz

In der letzten Woche gab es wieder einen dieser Tage, wo sowohl iPad als auch “Scheißpad” den ganzen Tag von meiner Freundin intensiv verwendet wurden und am Abend keinen Saft mehr hatten. Da auf dem Handy im Netz surfen nicht zu meinen Optionen gehört, habe ich mich nach einer anderen abendfüllenden Aktivität umgesehen.

Mit zarter Stimme ließ Simone mich wissen, dass sie gerne einen Film mit mir gucken würde. Wohlwissend, dass meine Freundin eher selten den TV beansprucht und sich lieber in Bücher stürzt, willigte ich ein. Der Gedanken, gemütlich mit der Freundin auf der Couch zu sitzen und einen unserer unzähligen (teilweise noch eingeschweißen) Filme zu gucken ist auch für jemanden aus Kruppstahl durchaus herzerwärmend.

Ich überließ die Filmauswahl in überschwänglicher Euphorie meiner Freundin und bereute es sogleich in dem Moment, als sie mit “Disney – Das Geheimnis der Flamingos” in den Händen zurück an die Couch kam. Ich war es selbst schuld, denn letztes Weihnachten habe ich mir ein Stückchen Zuneigung ergaunert indem ich Simone den Film geschenkt habe. Mir war also bekannt, dass der Moment kommen würde. Um sie nicht zu enttäuschen stimmte ich zu und ließ mich auf die rosarote Reise in die Welt der Flamingos ein.

Zugegeben, die Doku vermittelte auch mir viel wissenswertes über diese Tiere, welches mir bisher nicht bekannt war und die Bilder sind bei solch hochwertigen Produktionen auf einem entsprechend schönen Fernseher atemberaubend. Aber spätestens nachdem meine Freundin in der 40isten Spielminute auf meinem Schoß eingeschlafen war und sich bei jeder kleinen Bewegung beschwerte, ärgerte ich mich ein wenig, dass sowohl iPad als auch NEXUS leer vor mir auf dem Wohnzimmertisch lagen.

Einfach den Film ausschalten würde dazu führen, dass sich Simone lautstark beschwert hätte. Immerhin hört sie im Halbschlaf noch “aufmerksam” mit. Da jeder Film bekannterweise ausnahmslos als Hörbuch zu verwenden ist, und gerade Dokumentationen kaum von ihrem Bildmaterial profitieren, wäre jede Diskussion zum vorzeitigen Beenden des Films vergeudete Zeit. Hinzu kommt der erhöhte Schwierigkeitsgrad, da es einem Selbstmord gleicht, mit meiner Freundin eine Diskussion zu beginnen wenn diese im Halbschlaf liegt.

Also Klappe halten und Film zu Ende gucken. Bildung schadet angeblich niemandem. Schließlich könnte mir das Wissen, wie, wo und wann sich Flamingos paaren bei meinem Auftritt im “Wer wird Millionär – Prominenten Special” behilflich sein.

…::: Format mit Charakter :::…21_wwm

Unsere nicht mehr ganz so kleine Tochter macht sich derweil prächtig. Nicht nur, dass sie mit ihren 5 Monaten nun knapp 8,5 Kg auf die Waage bringt und damit ganz nach ihrem stattlichen Vater kommt. Auch scheint es seit Beginn dieser Woche mit den ersten Zähnen los zu gehen. Zu bemerken ist dies für uns alle an weniger Schlaf als noch vergangene Woche. Immer öffter werden wir nachts durch das Quengeln und Weinen vom zahnenden Baby wach. Ein weiteres Indiz für sprießende Zähne ist Babys erhöhte Produktion an Speichel.

Ständig befindet sich irgendwas in Violas Mund und wird eingesabbert. Entweder die eigene Hand, oder eines ihrer vielen Spielzeuge. Vor ein paar Tagen lag sie in ihrer Hängematte und führte höchst konzentriert einen wissenschaftlichen Test an ihrem Stoff-Elefanten “Mr. Mumplefort” durch. Das arme Tier musste dafür herhalten, möglichst viele Liter der eigenen Spucke auf möglichst kleinen Raum in den Stoffkörper gepresst zu bekommen. Als ich ihr den triefenden Elefanten wegnehmen wollte, schmiss sie ihn kurzerhand quer durch den Raum. Meiner Erfahrung nach, geben Stofftiere normalerweise kaum Geräusche von sich wenn diese unfreiwillig auf dem Boden auftreffen. In diesem Fall ertönte aber 50cm neben meinem Aufenthaltsort ein lautstarkes “FLATSCH” und meine Freundin brüllte besorgt aus dem Wohnzimmer, ob alles in Ordnung sei… zugegeben, die letzte Aussage entspricht vielleicht nicht ganz der Wahrheit, aber ich dachte trotzdem kurzzeitig drüber nach, am Aufschlagort des gepeinigten Elefanten ein “Achtung Rutschgefahr” Schild aufzustellen, nur um eventuellen Unfällen vorzubeugen.

…::: Mr. Mumplefort lacht nur, weil er nicht anders kann :::…Der arme Mr Mumplefort

Aktuell ist für uns noch nicht abzusehen was ein Baby mit Zähnen für neue Erfahrungen mit sich bringt. Nachdem wir Viola nun seit wenigen Wochen mit erster fester Nahrung wie Orange, Banane oder weichgedämpftem Gemüse füttern und ich miterleben muss wie brutal die Lebensmittel bereits im zahnlosen Mahlwerk des Kindermunds zerstampft werden, bin ich ein klein wenig froh darüber, nicht für das Stillen verantwortlich sein zu müssen. Nicht auszumalen was passiert wenn da mal “versehentlich” zugebissen wird. Meine Hochachtung an die stillenden Mütter dieser Welt, ihr seid die wahren Helden im Kindererziehen… aber das wisst ihr vermutlich schon längst… schließlich hat Mutter Natur sich was dabei gedacht euch die Milchproduktionsstätte in den Brustkorb zu integrieren und nicht uns wehleidigen Männern.

Obwohl ich durch die frühe Bettgehzeit unseres kleinen Urzeitkrebses seit kurzem mehr Zeit zum Zocken habe als noch vor wenigen Tagen, spielte die Zockerei in der letzten Woche eher ein untergeordnetes Thema.

Nicht ganz unschuldig daran ist der Release von “Metal Gear Solid: Ground Zero”. Durch glückliche Umstände bin ich ohne die Ausgabe eines Euros an ein Leihexemplar gekommen und hatte so die Möglichkeit den Titel, entgegen meines Vorhabens, zu testen.

Nicht mal 50 Minuten habe ich für das Absolvieren der ersten und einzigen “Hauptmission” gebraucht. Fairerweise sei gesagt, dass ich dabei mit dem Gewehr am Anschlag als Actionheld durch das Level gelaufen bin und alles niedergemäht habe, was mir vor die Flinte gekommen ist. Seit anbeginn der Metal Gear Reihe weiß ein jeder Fan, dass sich das volle Potenzial der Spielreihe erst dann entfaltet, wenn man den Anspruch an sich selbst stellt, komplett unentdeckt an jedem Gegner und jeder Überwachungskamera vorbei zu schleichen. Aber selbst beim zweiten Durchgang als Pazifist habe ich nur 60 Minuten gebraucht. Dabei habe ich keinen Gegner berührt oder betäubt, keinen Alarm ausgelöst und auch sonst keine Aufmerksamkeit erregt.

Für 30 EUR, die das Spiel als Disc-Version kostet, will sich da bei mir einfach kein Spielspaß einstellen. Das Game welches eher einer Demo gleicht, ist perfekt zu vergleichen mit einem Besuch bei McDonalds: “In kürzester Zeit stopft man sich den Müll in den Bauch, aber eine halbe Stunde später hat man wieder Hunger und trauert dem Geld nach.” Geschickt platzierte Geschmacksverstärker suggerieren dem Gaumen ein Festmahl der Sinne aber im Endeffekt wäre ein wenig mehr Geld in einem richtigen Restaurant deutlich besser investiert gewesen.

Schade eigentlich, denn ich bin ein großer Fan von Stealth-Games, die es einem ermöglichen komplett lautlos und unerkannt das Spielende zu erreichen.

…::: Danke an die spielehelden.net Redaktion für das Testmuster von MGS :::…Die Metal Gear Ground Zero Leihgeber

links: VideoGameDad // rechts: Daniel Hecht, spielehelden.net

 

Bleibt zu hoffen, dass im Sommer auf der E3, der weltweit größten Messe für Videospiele in Los Angeles, neue Titel angekündigt werden die das Stealth-Genre in der aktuell eher actionorientierten Videospielindustrie nicht gänzlich aussterben lassen.

Apropos aussterben: In der kommenden Woche eröffne ich nach langer Planung und Feinjustierung eine neue Rubrik, die mir sehr am Herzen liegt. Wer es kaum abwarten kann, folgt mir auf Facebook um die Ankündigung bei Veröffentlichung nicht zu verpassen.

VideoGameDad

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