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#32 – Come to Daddy

Von am Jun 9, 2014 in Blog

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Ich schmelze dahin! Es ist so warm draußen, dass ich das Verfassen des Blogs so lange wie möglich an diesem langem Wochenende hinausgezögert habe, um mich bloß nicht bei dieser Hitze an den Rechner setzen zu müssen.

 

Selbst zum Zocken war es strengenommen zu warm… aber wie das manchmal so ist, lässt man sich gerne zu etwas hinreißen, wovon man weiß, dass es nicht gut für einen ist.

 

Die Woche war für mich als VideoGameDad relativ schnell vorbei. Denn auch ich bin, trotz meines nicht zu hinterfragenden fantabulösen Promistatus, nur ein Mensch wie jeder andere auch. Und Menschen lastet bekanntlich das Handicap des älter werdens an, sodass ich in der letzten Woche meinen 29. Geburtstag feiern durfte.

 

Es war ein Traum! Geschenke soweit das Auge reicht! Schokomuffins! Russischer Zupfkuchen! Eine strahlende Tochter und Freundin sowie am Wochenende Besuch der Familie. Mehr braucht ein Mann nicht um glücklich zu sein.

 

…::: Schon gewusst: Zufriedenheit kann fliegen :::…fly to daddy

 

Meine Tochter beschenkt mich aktuell mit einer Phase der Anhänglichkeit. Seitdem die Kleine sich durch robben fortbewegen kann, scheinen alle Ambitionen zum perfektionieren der Technik vergessen und das erlernen des Krabbelns nicht weiter das höchste Ziel. Stattdessen zieht sie sich mit den Armen über den Boden, während dabei die Haut durch die Reibung ein quietschendes Geräusch von sich gibt als würden tausend Vogelbabys in den Hexler geschmissen werden. Aber solange sie ein breites Grinsen im Gesicht hat, gibt es für uns keinen Grund einzugreifen. Zu meiner Freude ist es bei der “Quietsch-Aktion” in vielen Fällen so, dass stets ein Kurs in meine Richtung eingeschlagen wird. Nach wenigen Zügen ist das strahlende Energiebündel bei mir angekommen und signalisiert mir durch ein spontanes “GAH!” hochgehoben werden zu wollen. Gehe ich diesem Wunsch nicht sofort nach, folgt ein beherzter Biss in den Fuß oder das Knie, je nach meiner gegenwärtigen Sitzposition. Einmal auf den Arm genommen werde ich in vielen Fällen zärtlich im Gesicht angesabbert und bekomme ein freches Grinsen geschenkt. Mein Herz geht dabei jedes mal auf! Unbeschreiblich wie schön es ist, wenn das eigene Kind erstmals bewusst auf einen “zurobbt”, sich an einem hochzieht und unmissverständlich zu verstehen gibt, dass der kleine Geist sich entschlossen hat genau zu diesem Menschen zu wollen. Zum Bedauern meiner Freundin ist die aktuelle Phase sehr “Papa-fixiert”. Selbst wenn meine Freundin sich auf der Route zu mir im Weg befindet, zieht sich Viola quietschend um sie herum und nimmt wieder Kurs Richtung meine Wenigkeit. Wenn ich in anderen Situationen den Raum verlasse, wird spontan angefangen zu weinen und erst wenn ich wieder in Sichtweite bin ist die Trauer vergessen und wir haben wieder ein über beide Wangen lachendes Baby.

 

…::: Stehen ist kein Problem :::…come to daddy

 

Mir persönlich schmeichelt das natürlich unheimlich! Was gibt es schöneres als bereits jetzt, von einem sieben Monate alten Baby, das Gefühl vermittelt zu bekommen, dass dieser Mensch auf einen angewiesen ist.

 

Die letzten 6 Monate habe schließlich ICH! eher die zweite Geige spielen müssen. Weder war ich den ganzen Tag zu Hause um das Kind bespaßen und mir so Punkte auf mein Reputationskonto schaufeln zu können, noch hatte ich die alles entscheidenden Fähigkeiten meinen Körper in eine vollautomatische Milchtankstelle zu transformieren. Trotzdem scheine ich als Vater irgendwas in den vergangen Monaten richtig gemacht zu haben, wenn Viola in der aktuellen Phase lieber bei mir als bei meiner Freundin ist. Ich finde es toll!

 

Wie auf dem Bild zu zu sehen ist, kann die Kleine übrigens schon prima stehen wenn sie etwas zum festhalten hat. Krabbeln ist was für Anfänger, sie geht von “sich über den Boden ziehen” direkt über ins Aufrechte. Selbst sitzen kann unsere Tochter noch nicht, was so manche Vorhaben nach wie vor erschwert.

 

Wie gerne würde ich den Brocken in einen Hochstuhl setzen um mit meiner Freundin nicht immer getrennt in Etappen essen zu müssen. Aber die Gesundheit des Kindes geht vor, und ein Baby in einen Hochstuhl zu setzen welcher dann mit Kissen ausgestopft wird kommt für uns nicht in Frage. Viel zu bedenklich sind laut vielen vielen Studien die Schäden für die Wirbelsäule wenn man ein Kind “zum Sitzen zwingt” wenn der Körper es selbst noch nicht erlernt hat.

 

…::: Hat nix mit dem Beitrag zu tun… zeigt aber was für ein schlechter Vater ich bin :::…schlechter vater

 

Sonntagabend, gesegnet sei der nachfolgende Montag als Feiertag, stand dann komplett im Zeichen des Zockens. Meine beiden Brüder machten mir das unmoralische Angebot eine “kurze Runde” mit den Beiden in Minecraft zu drehen. Noch immer schrauben wir an unserer ersten Welt, haben mittlerweile jeder einen eigenen Landstrich eingenommen und mit Villa, Gästehaus und Nutzfeldern ausgebaut. Um sich auch bei größeren Bauvorhanden auf der ohnehin schon großen Karte nicht in die Quere zu kommen, ließ sich jeder von uns in einer der Ecken der Spielkarte nieder. In den vergangen Spielesessions hatte die Entfernung immer den Nachteil, dass man ausreichend Verpflegung dabei haben musste, wenn wir uns untereinander besuchen wollten um Rohstoffe zu tauschen oder gemeinsam auf “Höhlentour” zu gehen, andernfalls wäre man auf dem Weg zum Anderen verhungert.

 

Grund genug für mich ein neues Projekt zu planen und dafür in den letzten Sitzungen Rohstoffe zu sammeln. Der Plan war es ein Streckennetz aus Schienen zu verlegen das es uns ermöglicht zwischen unseren Häusern relativ schnell und unkompliziert hin- und herfahren zu können. Zum Produzieren von Schienen braucht man dummerweise eine riesige Menge Metall die in normalen Spielmodus nur in tieferen Erdregionen zu finden ist und dort mühsam abgebaut werden muss. Ich hatte für diesen Sonntag bereits alle Rohstoffe im Überfluss zusammen und konnte somit den Bau des Streckennetzes um 21:00 Uhr, Treffpunkt unserer sonntagabendlichen Zockersession, beginnen. Da es viel zu einfach wäre, die Schienen durch die normale Landschaft zu verlegen, und nebenbei auch viel zu gefährlich, entschloss ich mich das ganze als Hochbahn zu konzipieren und benötigte so eine nicht unwesentliche Menge an Gestein für den Streckenverlauf. Der Aufwand hat sich gelohnt!

Knapp 700 Schienenbauteilen, 1200 Steinblöcken und 2 Energiedrinks später, war ich um 4 Uhr morgens (es gab zwischendurch ein paar Rückschläge durch explodierende Feinde die meine über Stunden gesammelten Rohstoffe mit in den Tod rissen) mit dem Bauvorhaben fertig.

 

Meine Brüder und ich können uns zukünftig in weniger als 3 Minuten Fahrzeit über die Hochgeschwindigkeitsstrecke gegenseitig besuchen.

 

So müssen sich damals in Amerika die Gründungsväter gefühlt haben, als die ersten Bahnstrecken eröffnet wurden!!! Natürlich zelebrierte auch ich die reibungslose Inbetriebnahme mit einer kleinen Feier am Kopfbahnhof und ließ jeden Fahrgast in seiner eigenen Lore die Strecke feierlich austesten.

 

Endlich sind wir Brüder nicht mehr digitale Kilometer getrennt, sondern können bei Bedarf kurzerhand in die Lore hüpfen, das Knöpfchen für die Abfahrt drücken und schießen dann sofort in die gewünschte Fahrtrichtung. Uns steht eine aufblühende Zeit des Tauschens bevor.

 

Und mein Gästehaus, welches ich glamurös beleuchtet auf den Gipfelhang eines Bergs erbaut habe, hat somit auch endlich eine Bestimmung gefunden.

 

Einziger Nachteil… von den Mitspielern war ich der einzige, der am nächsten Morgen nicht bis 14:00 Uhr ausschlafen konnte. Stattdessen wurde ich von einer nassen Zunge geweckt, die sich durch mein Gesichts geschleckt hat. Beim Öffnen der Augen blickte ich in das strahlende Gesicht meiner Tochter, die hoch erfreut über mein Wachwerden war.

 

Keinem Superhelden fällt das Doppelleben leicht… also Maske auf, Schuhe an, und ab mit der Tochter zum Bäcker um Brötchen zu kaufen. VideoGameDad ist wieder im Dienst!

 

Gruß

VGD

 

…::: Hängt gerade sehr an Papa… der findets gut!  :::…hängt an papa

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