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#35 – Ausnahmezustand

Von am Jun 30, 2014 in Blog

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Ihr habt es vielleicht schon bemerkt… heute ist nicht Montag und der neue VideoGameDad längst überfällig. Aber bei uns herrscht Ausnahmezustand.

 

Einen vernünftigen Blogeintrag zu verfassen, während das Hirn krank im Bett liegt, stellt sich schwieriger heraus als angenommen.

 

…::: Spielt erst am Ende eine kurze Rolle. Aber Bilder werten den Blogeintrag auf :::…Valiant Hearts

 

Noch immer ist die Familie VideoGameDad krank. Die Kleine hat sich von ihrem “spastischen Brontosaurier” zwar soweit es geht erholt, aber Simone und ich stecken gemeinsam tief im Amazonas der grippalen Infekte fest. Die Angst ist jetzt natürlich groß, dass der Kreislauf ewig so weiter geht, wenn also einer von uns Dreien wieder auf dem Weg der Besserung ist, steckt sich diese Person nach einer Woche wieder an, während nun die anderen Patienten fast kuriert wären. Und ich weiß ganz genau wie das funktioniert! Schließlich habe die die letzten Wochen viel Zeit gehabt um im Bett “Plaque Inc.” auf meinem Nexus zu zocken. Dummerweise geht es in dem Spiel darum einen Virus (gespielt von sich selbst) möglichst schnell und weit auf der Erde zu verbreiten… es ist nicht das Ziel die Welt zu heilen… mir fehlt also scheinbar das nötige Videospielwissen um mich und meine Familie zu befreien.

 

Die Nerven liegen somit seit nicht ganz 2 Wochen blank und es vergeht kein Tag wo nicht einer von uns zumindest kurzzeitig wegen irgendeiner Kleinigkeit “an die Decke geht”. Meine Freundin beispielsweise wollte sich eines Abends vom Fernsehprogramm zum Zombie hypnotisieren lassen um so wie im Rausch nicht von ihrer Krankheit belastet zu werden. Dummerweise waren aber scheinbar genau in dem Moment die Batterien der Fernbedienung leer und das kleine schwarze technische Gerät reagierte auf keine der ihr entgegengebrachten Eingaben. Ich stelle hier und jetzt die Behauptung auf, dass es sich um ein allgemeines Frauenphänomen handelt das in solchen Situationen wie folgt zur Problemlösung vorgegangen wird:

 

1. Fernbedienung leicht schütteln und erneut probieren

2. etwas fester schütteln und erneut probieren

 

Ziel ist es jeweils die Fernbedienung zu verwirren damit sie vielleicht versehentlich doch auf die Befehle reagiert.

 

3. Das Batteriefach öffnen, auf den Batterien herumdrücken und erneut versuchen

4. Das Batteriefach öffnen, die Batterien entnehmen und einfach seitenverkehrt wieder einsetzen…

 

Denn es besteht durchaus die Chance, dass die Fernbedienung jetzt denkt es befinden sich neue Batterien im Fach und plötzlich wieder funktioniert.

 

Haben alle trickreichen und stets höflichen Maßnahmen, die Fernbedienung zur Funktion zu überreden nicht geklappt, hilft nur noch die letzte Stufe.

 

5. Die Fernbedienung mit voller Wucht auf den Tisch klopfen und dabei laut fluchen warum dieses “Scheißteil” nicht funktionieren will.

Der Wille einer jeden Fernbedienung ganz gleich welchen Alters wird nach dieser Folter gebrochen sein und sie gehorcht endlich wieder auf jede Eingabe….

 

 

 

NICHT!

 

Hinzu kam in diesem Fall, dass aufgrund der Krankheit die Emotionen meiner Freundin denen von RoboCop entsprachen und die Fernbedienung dadurch mit zusätzlicher Bosheit bestraft wurde.

 

Mit zarten Worten holte ich meine Freundin in die Realität zurück, nahm ihr die gepeinigte Fernbedienung ab und organisierte extra bei meinem Bruder (alle Geschäfte hatten bereits geschlossen) neue Batterien um dem armen Gerät neues Leben einzuhauchen.

 

…::: Hat nix zu lachen… Hackfleischgesicht Machete :::…Machete

 

Mittlerweile waren wir gemeinsam beim Arzt. Für uns, selbst nach 8,5 Jahren Beziehung, eine neue Erfahrung. Denn noch nie haben wir uns gemeinsam vor der selben Ärztin entblößt und im Beisein des anderen über die Farbe unseres “Auswurf” beim Husten gesprochen. Auch so Themen wie “Schleimstraßen” im Rachen haben unsere Beziehung bisher nicht belasten müssen.

 

Aber anders ging es in diesem Fall leider einfach nicht. Einer musste sich um das Baby kümmern, der andere wurde untersucht. Jede andere Form eines Arztbesuch wäre in der aktuellen Situation “unwirtschaftlich” gewesen. Denn wäre meine Freundin erst zum Arzt gefahren, ich hätte zu Hause das Baby gesittet, und anschließend hätten wir getauscht, wäre der ganze Tag dafür drauf gegangen und wir hätten uns gegenseitig unnötigen Stress ausgesetzt. Ein Luxus den wir uns aktuell nicht erlauben können.

 

Der Tagesablauf einer kranken VideoGameDad Familie sieht bei uns zur Zeit so aus, dass wir uns im Zweistundenrhythmus im Wechsel um Viola kümmern, während der Partner im Bett liegt und schläft.

 

Je näher sich die “Baby-Schicht” nach 2 Stunden dem Ende neigt, umso länger kommen einem die verbleibenden Minuten vor bis man den Partner wecken und ihm das Baby “aufs Auge drücken” kann. So hart das klingen mag und so leid mir das für Viola tut… 2 Stunden Dauerbespaßung in einem kranken Zustand ist zu vergleichen mit Dark Souls im Nightmare Modus.

 

Und ausgerechnet jetzt macht der kleine Stöpsel jeden Tag eine Neuentdeckung nach der anderen.

 

Sie zieht sich munter an hohen Gegenständen wie Couchtisch oder TV-Rack hoch, wechselt in eine knieende Position um sich dann anschließend auf die Füße zu stellen und freudestrahlend zu stehen. Die Freude die dabei aufkommt führt zwar in den meisten Fällen noch dazu, dass sie wie ein Baumstamm wieder zurück auf den Boden kippen würde wenn man sie nicht auffängt, aber wir vermuten es dauert nicht mehr lange und die Maus kann laufen…

 

Auch das tiefer liegende Regal in dem meine Xbox steht hat die Kleine für sich entdeckt. Der große silberne Knopf, welcher schon bei der geringsten Berührung reagiert, macht ihr dabei besonders viel Freude. Zum Glück ist der “Auswurf” Knopf weniger pompös gestaltet sodass es hoffentlich noch eine Weile dauert bis sie die DVD Schublade öffnen und mit Salami füttern kann.

 

…::: Endlich was persönliches vom VideoGameDad- DIESMAL ALS VIDEO WOHOOO :::…

 

War Viola dann irgendwann im Bett, reichte mein Akku nur noch für wenige Stunden Unterhaltung aus. Unter anderem konnte ich ein paar der Filme gucken die ich mir vorgenommen habe oder einige Spielminuten mit dem kürzlich erschienenen Action-Adventure “Valiant Hearts” verbringen. Während ich überlege den Produzenten des Films “Machete Kills” zu verklagen und meine verschwendete Lebenszeit von seinem Konto einfordere, war das zuletzt genannte Spiel eine absolute Offenbarung.

 

Ich würde ungerne diesen Blogbeitrag um einen Erfahrungsbericht zu dem Spiel “Valiant Hearts” erweitern und versuche diesen gesondert bis Freitag nachzuliefern. Nur so viel sei verraten: Es flossen Tränen!

 

Bis Freitag sollte ich hoffentlich soweit wieder auf dem Dampfer sein, das meine Beiträge wie gewohnt am Montag erscheinen und ich endlich mehr vom Leben in der Elternzeit berichten kann als euch aktuell mit meiner Bettlägerigkeit zu langweilen.

 

Nach dem heutigen Arztbesuch haben wir uns mit ein paar pflanzlichen Medikamenten versorgt und nutzen die nächsten Tage dazu, uns gegenseitig gesund zu pflegen.

 

Gruß

VideoGameDad

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