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#36 – Back in Black

Von am Jul 7, 2014 in Blog

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Zur Musik von “Men in Black – Will Smith”

 

Refrain:

Here comes the VideoGameDad (Chor: VideoGameDaaaad)

The Baby Entertainer (Chor: uo oh uo oh)

 

Dies wären schon mal zwei Zeilen aus einem möglichen Titelsong meiner zukünftigen Realityshow.

 

Aktuell befinde ich mich mit Will Smith bzgl. der zu zahlenden Tantiemen wegen des Titelsongs in Verhandlung. Dummerweise gibt der Knallkopf momentan alles an seinen Sohn ab um diesen ins Showgeschäft zu drängen und dem fehlt noch das nötige Feingefühl zum Verhandeln. Aber was langweile ich euch mit Projekten die noch in den Sternen stehen…

 

Ich bin wieder zurück! Und das (fast) vollständig gesund und munter!

 

Zumindest Viola und ich waren soweit wieder hergestellt, dass wir nicht in der eigenen Melancholie versinken und die Tage einfach so vorbeiziehen.

 

Grund genug, dass ich mich als rasender Reporter mutwillig einigen Verpflichtungen hingegeben habe, die aufgrund meiner Arbeit sonst nur Simone vorbehalten sind.

 

…::: Ist wieder gut drauf und stellt die Wohnung auf den Kopf :::…wieder gut drauf

 

Wer bei der Zeugung verkackt und keine Zwillinge zur Welt gebracht hat, sitzt erfahrungsgemäß mit seinem EINEN Kind zu Hause und hat wahnsinnige Angst, dass dieses Einzelkind zum emotionalen Krüppel oder zum Einsiedlerkrebs mutiert. Denn soziale Kontakte sind gerade in den frühen Entwicklungsjahren entscheidend für die emotionale Intelligenz der Sprösslinge… sagt man zumindest.

 

Unsere kapitalistische Gesellschaft hat diese Angst erkannt und korrekterweise dafür gesorgt, uns diese Sorgen gg. eine kleine Aufwandsgebühr zu nehmen.

 

Unmittelbar nach der Geburt (oder sogar schon davor???) können besorgte Eltern ihre Kinder zu allerhand Kursen anmelden um den Nachwuchs nicht verkümmern zu lassen. Die Versprechen mancher Kurse gehen dabei sogar noch einen Schritt weiter und produzieren mit babygerechtem Fachwissen über die Funktion einer Trägerrakete der Klasse 3, den Elementen unseres Periodensystems oder komplizierten mathematischen Gleichungen, unsere Genies der Zukunft.

 

Die wohl eher bekannten Kurse wie “Krabbelgruppe” oder “musikalische Früherziehung” sehen dagegen schon fast wie ein Abstellgleis aus und hinterlassen den Nachgeschmack von Unterschicht.

 

Da wir unseren Standpunkt in der Gesellschaft nicht abstreiten wollen, haben wir Viola bei einer “Baby Fun”- Krabbelgruppe, dem Babyschwimmen und einem Baby Musikkurs “Die Musikflöhe” angemeldet.

 

Die Krabbelgruppe war damals relativ früh nach der Geburt und ist mittlerweile bereits absolviert. Das nach Abschluss erhaltene Zertifikat bestätigt Viola den artgerechten Umgang mit anderen Babys sowie das unfallfreie Bedienen von allerhand Spielzeug. Meine Freundin hat dabei selbstverständlich andere Mütter kennengelernt und es haben bereits erste Treffen außerhalb des Kurses stattgefunden. Meine Theorie ist, dass Mütter in diesen Kursen absichtlich unter Wohlfühlatmosphäre zusammengebracht werden, um sich über besonders tolle und praktische Konsumgüter zu unterhalten damit die jeweils anderen Elternteile diese Produkte ebenfalls bestellen.

 

Ein Schneeballsystem der Konsumgüterindustrie wo sonst niemand eins erkennt!

 

Für mich stand in der letzten Woche somit ein Tag bei den “Musikflöhen” sowie der zweite Termin des vor kurzem begonnenen Babyschwimmen (welches ganz ohne fancy Namen auskommen muss) an.

 

Generell bin ich fest davon überzeugt, dass eine frühe musikalische Erziehung bei einem Kind nicht verkehrt ist. Ich selbst habe die Kurve damals gerade noch so bekommen und schaffe es jetzt zumindest problemlos einen festgelegten Takt zu halten und besitze eine gesunde Portion musikalisches Feingefühl. Meine Freundin allerdings hat soviel musikalisches Gefühl für bspw. einen Takt, wie eine Waschmaschine im Schleudergang… mit Unwucht.

 

Um späteren Problemen beim Abschlussball vorzubeugen und die ersten Schritte für eine erfolgreiche Popstarkarriere zu legen, war ich dankbar für das Kursangebot und hatte große Hoffnung.

 

Die Hoffnung wurde allerdings zerschlagen, als ich feststellen musste, dass in dem Kurs keine Babys mit Boy/Girl-Group-Charakter herangezüchtet werden, sondern die Eltern über die gesamten 30 Minuten Kurszeit dazu verpflichtet sind ihre eigene Gesangsstimme in Schwingung zu bringen. Da es für mich die erste Stunde war, fiel der Einstieg nicht bei jedem Song leicht, aber ich wollte mit gutem Beispiel vorangehen und ließ alles raus.

 

Ganz gleich ob Klassiker wie “Winke Winke, guten Tag” oder eher moderne Stücke wie “Alle Tücher fliegen hoch” bzw. “Wir Engel drehen uns im Kreis”, spätestens nach der dritten Zeile war auch ich 100% textsicher voll dabei und konnte den durchaus komplizierten Satz melodisch korrekt wiederholen.

 

Ein Popstar wird Viola in dem Kurs allerdings nicht. Da hilft auch der Einsatz des Klaviers am Ende der Stunde zum Abschlusslied nichts. Meiner Freundin zuliebe und weil Viola in dem Kurs bereits ihren ersten Flirt (Phillip der kleine Casanova hat sich geschickt an Viola rangeschmissen und nen Kuss abkassiert) kennengelernt hat, werde ich natürlich auch weiterhin im Wechsel mit meiner Freundin hingehen. Aber sobald der Kurs in 5 Wochen abgeschlossen ist, suche ich was Anständiges… irgendwas wo die Kids zumindest mit dem Zollstock geschlagen werden wenn sie den Ton nicht treffen.

 

Das Babyschwimmen entsprach da schon mehr meiner Kragenweite. Da es wohl eher selten ist, dass männliche Begleiter die Babykurse besuchen, haben die anwesenden Damen nicht schlecht geguckt als plötzlich jemand aus der Männerumkleidekabine gewatschelt kam. Keine 5 Minuten später befand ich mich dann im 28° warmen Babywasser, hatte meine Tochter im Arm und konnte nach Herzenslust mit ihr planschen, bis wenige Minuten später das Kursprogramm begann. Für unsere kleine Wasserratte ist das Babyschwimmen sichtlich ein Hochgenuss. Nicht nur die vielen anderen Babys entlocken ihr immer wieder ein freudestrahlendes Kreischen, auch das viele Wasser mit all seinen Eigenschaften sorgt für ein dauerhaftes Lächeln in ihrem Gesicht. Und was Babys Freude ist, macht den VideoGameDad nicht unglücklich.

…::: VideoGameDad sichtbar Glücklich :::…back in black

Vom “durchs Wasser schwenken” bis hin zum “ziehen wie ein Speedboot” meisterten wir beide jede Herausforderung mit Bravour. Nur als die Schwimmnudeln aus Schaumstoff ins Spiel kamen, musste Viola kapitulieren. Das quietschende Geräusch sorgte bei ihr für “Instanttränen”… zwei Plätze weiter konnte sich ein Baby beim selben Geräusch vor Lachen kaum noch halten… so kanns gehen. Bei der Abschlussprüfung an diesem Tag, dem Tauchen, musste ich dann kapitulieren. Meinem 8 Monate jungem Kind einen Eimer Wasser über den Kopf zu schütten und es anschließend 5 Sekunden unter Wasser zu tauchen konnte ich nichts übers Herz bringen. Vorallem erschienen mir die Gesichtsausdrücke der anderen Babys, bei denen die Prozedur durchgeführt wurde, alles andere als glücklich. Der Sinn dieser Folter wollte sich mir nicht erklären und als einer von zwei Elternteilen lehnte ich diese Übung unter missachtenden Blicken der anderen Eltern ab.

 

Aber was solls… Viola soll Popstar und nicht Profitaucher werden. Oder habt ihr schon mal von einer Profitaucherin gehört die ihre Eltern ernährt? Ich nicht!

 

Beim Babyschwimmen hat sich meine Freundin sogar krank aus dem Bett gepellt und vom Beckenrand aufgepasst, dass Viola anständig behandelt wird und ich mich nicht mit anderen Müttern zum Kaffee verabrede. Außerdem konnte sie so ein paar Fotos schießen von denen ihr nun beim Lesen des Beitrags profitiert.

 

…::: Quitschgeräusche vom Schaumstoff sind nicht ganz so toll :::…quitsch

 

Ich bin somit gespannt, was mich die nächsten Wochen mit voranschreiten der Kurse erwartet. Ein ansteigender Schwierigkeitsgrad und neue Herausforderungen wären vorallem bei den Musikflöhen wünschenswert.

 

Gruß

VideoGameDad

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