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#37 – Nicht die Mama

Von am Jul 14, 2014 in Blog

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Ich würde euch jetzt gerne erzählen, dass ich aufgrund einer fehlerhaften Gleichung im Sub-Matrix-Defragtor meines DeLoreans in einer kontinuierlichen Zeitschleife im Raum-Zeit-Kontinuum feststeckte und nur Chuck Norris mich mit einem Round-House-Kick der Stufe 7 befreien konnte.

 

Dummerweise hatte mein wasserdichtes Handy einen Wasserschaden und ich konnte meinen guten Freund Chuck nur per Lichtzeichen erreichen… tja… da das Licht bekanntlich relativ langsam ist und durch die Verzögerung im Raum-Zeit-Kontinuum zusätzlichen Strecke benötigt um auf Chuck Norris Netzhaut zu treffen, hat sich die ganze Sache soweit verzögert, dass der aktuelle VideoGameDad Beitrag erst heute erscheint.

 

Leider wäre fast alles davon eine Lüge. Einzig mein wasserdichtes Smartphone ist in der letzten Woche aufgrund eines Wasserschadens (welch Ironie) gestorben. Nur hatte dieses Ereignis keine Auswirkung auf die Veröffentlichung des aktuellen VideoGameDad Beitrags.

 

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.

 

Mittlerweile ist die dritte (wundervolle) Woche meiner Elternzeit vorbei und tatsächlich habe ich bereits jetzt ein wenig das Zeitgefühl für die Wochentage verloren. Wäre am Sonntag nicht das Finale der Fußball WM zu sehen gewesen, hätte ich vermutlich noch immer nicht mitbekommen welcher Wochentag ist.

 

Zum Gedächtnisverlust kommt hinzu, dass ich trotz massivem “Freizeit Overkill” fast jede Minute mit meiner Familie verbringe und mich abends nur noch schwer aufraffen kann das Erlebte auf Papier zu bringen.

 

Lieber gucke ich zusammen mit meiner Freundin noch den ein oder anderen Film, lese einen meiner Comics oder rette auf der Xbox ein paar virtuelle Welten vor ihrem Untergang.

 

Letzteres dabei komischerweise zunehmend weniger.

 

In der letzten Woche habe ich die Hauptstory von “Watch_Dogs” auf der Xbox One beendet und war erleichtert als der Abspann über den Bildschirm lief. Endlich konnte ich den Titel verkaufen/ ins Regal stellen.

 

Entgegen meinen vorherigen Behauptungen das Spiel habe weniger Charme als bspw. ein GTA, wurde zumindest die Geschichte zum Ende hin richtig spannend und sorgte dafür, dass ich als Spieler den Controller nicht mehr aus der Hand legen wollte. Lust auf die endlosen Nebenmissionen, die auch nach Beenden der Hauptstory gespielt werden können, hatte ich allerdings absolut nicht. Eher zuckte es sofort nach dem Abspann in meinen Fingern, endlich eines der ungespielten Games aus meinem (virtuellen) Spiele-Regal von der Folie zu befreien. Schließlich wollte ich gerade in der Elternzeit die Abende nutzen, um ein paar  VideoGame-Perlen nachzuholen…

 

… aber irgendwie wollte der anfängliche Funken kein Feuer entfachen.

 

Erst hatte ich Witcher 2 in die Xbox geschmissen und nach gequälten 2 Stunden wieder zurück in die Hülle gestopft.

 

Metro 2033 von Festplatte gestartet… aber das Wissen um die bald erscheinende “Redux” Edition, welche Teil 1 und Teil 2 des Spiels grafisch aufgehübscht auf die PS4/XBO bringt, ließ keine Spielfreude aufkommen. Stattdessen hatte ich das Gefühl, ich könnte in wenigen Monaten das gleiche Spiel in deutlich besserer Qualität genießen. Eine Illusion die sich vermutlich als Fass ohne Boden entpuppen wird.

 

Trails Fusion hatte ich mehrmals in der Hand, aber die von meinem “quasi Schwager” aufgestellten Streckenrekorde sind so pervers hoch, dass ich schon beim Gedanken an seine Streckenzeiten keine Energie aufbringen kann diese unterbieten zu wollen. Also blieb das Spiel direkt im Regal stehen und ich warf mich gefrustet auf die Couch.

 

Selbst das aktuell kostenlose Xbox One Dowload Spiel “Guacamelee! Super Turbo Championship Edition” welches durchweg gute Bewertungen im Netz erhalten hat, wollte mich nicht länger als 50 Minuten an den Bildschirm fesseln. Dabei ist das Spielprinzip bei Weitem nicht als kompliziert zu beschreiben. In dem “2D Action Arcade Jump’n Run” muss nur von A nach B gerannt und auf dem Weg dahin jeder Gegner kurz und klein geschlagen werden. Das Ganze kommt in super schicker Comic Optik daher und macht zumindest fürs Auge schon beim einschalten Spaß.

 

Ein guter Bekannter aus dem Internet, der an ähnlichen Symptomen litt, kurz darauf all seine Konsolen verkauft hatte und jetzt nur noch kleinere PC (Indie) Titel über Steam spielt, sagte zu mir nach Schilderung meines Leidens: ”Gratuliere! So fühlt es sich an erwachsen zu werden”.

 

Aber so recht will ich das noch nicht glauben. Immer mal wieder gibt es bei mir Phasen, in denen mich kein Videospiel so recht bei Laune halten kann. Und wenn ich auf diesen Herbst/Winter mit all seinen angekündigten Spieleperlen blicke, spüre ich wieder dieses euphorische Kribbeln in meinen Zockerfingern und weiß: “Alles wird gut!”

 

Nach wie vor schlägt mein Herz im angenehm rythmischen 8-Bit Sound und ich blute Pixel sobald ich mir ins Fleisch schneide.

 

Die momentane Spieleunlust erkläre ich mir daher so, dass es aktuell einfach keine attraktiven Spiele für meinen Geschmack gibt.

 

…::: Mit Leib und Seele VideoGameDad :::…VideoGameDad

 

Natürlich steht die Babyfront nicht still. Im Gegenteil!

 

Irgendwie habe ich den Moment verpasst, wo bei meiner Tochter die Systemupdates nicht mehr spürbar durch sogenannte Entwicklungsschübe eingespielt werden, sondern sich unbemerkt über Nacht von selbst installieren und neue Features hinzufügen.

 

Irgendwann konnte sich die Kleine (ich berichtete) plötzlich an allerhand Möbelstücken hochziehen und an diesen stehen. Wo allerdings die Hände vor zwei Wochen noch bis zum ersten Regalbrett unserer Bücherregale reichten, wurden in den letzten Tagen plötzlich Bücher eine Etage höher rausgerissen und auf den Boden geschmissen.

 

Fast die meiste Zeit will Viola stehend verbringen und kann es kaum lange ohne quengeln auf dem Boden aushalten wenn keine Objekte zum hochziehen in der Nähe sind. Die Entwicklung ist auf der einen Seite unheimlich schön anzusehen, allerdings auch unheimlich anstrengend. Noch ist das Gleichgewichtsorgan auf dem Softwarestand 0.6.1 und liefert keine zufriedenstellenden Ergebnissen. Hinzu kommt, dass die Multi-Tasking-Fähigkeit noch nicht vollständig ausgebildet ist. Sobald im Stand ein Objekt der Begierde erblickt oder sogar ergriffen wird, schaltet die Software für das Gleichgewichtsorgan komplett ab und Viola fällt wir ein Baum einfach um. Mit Glück landet sie dabei auf dem Po, aber nicht selten würde der Sturz mit einer Kopflandung enden wenn wir sie nicht auffangen. Die ständige Betreuung schränkt uns im Tagesablauf deutlich mehr ein als zu der Zeit, wo wir Viola auf ihre 2×2 Meter Decke legen konnte und die Sicherheit hatten, dass sie innerhalb der nächsten 10 Minuten diesen Radius nicht verlassen wird.

 

…::: Nächster Halt, zweite Etage, Kinderbücher und Comics für Mädchen :::…#37_Books

 

Eine der wohl schönsten Erfahrung ist die ständige Weiterentwicklung des Sprachmoduls. Täglich können wir miterleben wie die Datenbank mit neuen Sprachdateien gefüllt wird und diese im Alltag erprobt werden.

 

Zu meinem Ärger gab es in den letzten Wochen die finale Entscheidung eines der wichtigsten Duelle zwischen frischen Eltern. Wer die Serie “Die Dinos” kennt, weiß wie wichtig es ist seinem Kind möglichst früh zu erklären, wer eigentlich Mama und Papa ist. Sonst endet es am Ende in “Mama” und “Nicht die Mama”.

 

Um das zu vermeiden, begann ich bereits früh meiner Tochter die beiden wichtigsten Wörter “Papa” und “Fluxkompensator” in allen möglichen Lebenssituationen beizubringen. Zugegeben vielleicht nicht immer ganz mit fairen Mitteln. Wenn ich die Geschichte von Pepi dem Pinguin erzählte, war dies nach wenigen Tagen “Papa der Pinguin” wenig später “Papa der Papa” und als ich kurz davor stand das Duell zu verlieren “Papa der Papa, der im großen kalten Papa schwimmt und gerne frischen Papa zum Frühstück isst.”

 

Statt “Hallo” sagte ich “Papa”, statt “Ta-Da” nach babygerechten Zaubertricks schrie ich “Pa-Paaa!” und ergriff noch viele weitere Maßnamen deren pädagogischer Nutzen rückwirkend stark zu hinterfragen ist.

 

Es half alles nix. Das erste klar zu definierende Elternteil welches Viola bewusst angesprochen hat war… “Mama”.

 

Wenige Tage darauf folgte dann zwar auch ein herzerwärmendes “Baba” mit einem Blick in meine Richtung aber es ändert nichts daran, dass meine Freundin wie von ihr angekündigt das Duell für sich entscheiden konnte.

 

…::: Besser als jedes Spielzeug: Ein leerer Karton zum aus-/einräumen :::…Danke Amazon

 

Ich wäre nicht der VideoGameDad, wenn ich die entsprechenden Soundsample nicht aufgenommen und euch stolz zur Verfügung stellen würde. Mtitlerweile quasselt Viola den lieben langen Tag “Mama” und “Baba” vor sich hin. Manchmal meint sie einen von uns, manchmal sind es einfach nur Sprachübungen. In jedem Fall aber freut sie sich über eine Reaktion von uns und bei uns geht jedes mal das Herz auf wenn der entsprechende Wortlaut quietschend ausgesprochen und auf einen los gerobbt wird.

 

 

…::: SoundCloud File – „Mama“ :::…

 

…::: SoundCloud File – „Baba“ oder eher ein „Böbä“? :::…

Gruß

VideoGameDad

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