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#38 – Halbzeit

Von am Jul 21, 2014 in Blog

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Keine Sorge, der Beitrag hat nichts mit der kürzlich geendeten Fußballweltmeisterschaft zu tun und ist auch nicht von dieser inspiriert.

 

Das feminine Substantiv “Halbzeit” ist universell einsetzbar und soll in meinem Fall verdeutlichen, dass von meinen insgesamt 60 Tagen Elternzeit bereits die ersten 30 Tage vollständig verstrichen sind. Die Hälfte ist also schon vorbei…

 

…::: „WAAAAS!? Schon die Hälfte vorbei?! :::…Halbzeit

 

Bis dahin war es eine grandiose Zeit! Auch wenn meine Familie und ich im ersten Viertel der Elternzeit überwiegend krank im Bett lagen, so haben die wundervollen letzten 15 Tage das ganze Übel vom Anfang vergessen lassen.

 

Grund genug für mich ein erstes Re­sü­mee zu ziehen. Immerhin habe ich mir zu Beginn viel vorgenommen und wurde im Vorfeld von nicht wenigen Vätern, die ihre Elternzeit schon hinter sich hatten, belächelt.

 

Tja… was soll ich sagen… fickt euch! Ihr hattet natürlich recht verdammt!

 

Eigentlich sollte man annehmen, dass nach Verstreichen der halben Elternzeit auch die Hälfte von meiner “To-Do-Liste” erfolgreich abgehakt ist. Dem ist nicht so.

 

Dabei ging alles zu Beginn der Elternzeit so vielversprechend los. Ich reparierte bereits am zweiten Tag unsere seit 5 (in Worten: fünf) Monaten defekte Spülmaschine… wobei reparieren in diesem Fall erstaunlicherweise lediglich bedeutete, den Knick aus dem Abwasserschlauch und die darin gesammelten Abwasserrückstände entfernen zu müssen.

 

Im Rausch des schnellen Erfolgs fühlte ich mich wie Tim Taylor der Heimwerkerkönig und war siegessicher, auch die anderen To-Dos mit ähnlicher Leichtigkeit erledigen zu können.

 

Für Simone war es etwas schwieriger ihrer Freude Ausdruck zu verleihen. Verständlich. Immerhin hatte sie die letzten 5 Monate (überwiegend alleine) per Hand abwaschen müssen. Trotzdem brachte sie ein zähneknirschendes “Danke” über die Lippen.

 

Die unkontrolliert zuckenden Gesichtsmuskeln verrieten mir allerdings, dass sie lieber die Frage stellen wollte, warum ich nicht schon eher auf Fehlersuche gegangen bin anstatt meine Freizeit in das Lesen von Erfahrungsberichten neuer Spülmaschinen zu investieren.

 

Ich vermute, sie wollte nicht direkt am zweiten Tag eine Diskussion anzetteln, die keine vernünftige Antwort hervorbringt. Danke Sweetheart :*

 

Die Euphorie verflog allerdings genau so schnell wie sie gekommen war und es wurde erstmal ruhig um den Heimwerkerkönig. Schließlich wurden wir alle krank und ich hatte eine handfeste Ausrede um wehleidig im Bett liegen bleiben zu können.

 

Erst zwei Wochen später konnte ich den nächsten Punkt von der Liste zu streichen. Seit unserem Einzug vor 3 Jahren fehlte am Fußboden über eine Länge von knapp 2 Metern ein Kabelkanal um ein Lautsprecherkabel fachgerecht zu verstecken. Das letzte Stück lag dabei die ganze Zeit im Keller, nur war ich bisher immer…zu …. äh… ver-hin-dert… um es anzubringen. Als Viola unter meiner Aufsicht das freiliegende Boxenkabel ergreifen konnte und beinahe die daran hängende Surround Box von der Wand gerissen hätte, hielt ich es für angebracht, endlich die Leiste anzubringen und das Kabel in dieser zu verstecken. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein asynchrones 4.1 Sorround-System für optimalen Filmgenuß sorgt.

 

Ich verstand plötzlich, warum meine Freundin mir bereits seit zwei Monaten damit in den Ohren hing, ich möge die Leiste endlich anbringen, denn es sei extrem anstrengend ständig aufzupassen, dass Viola nicht “meine” Boxenkabel von der Wand reißt.

 

Und mit der Erkenntnis endet auch schon der Tim-Taylor-VideoGameDad-Heimwerker-Marathon.

 

Aktuell stehen auf meiner To-Do Liste unter anderem noch so prickelnde Sachen wie:

 

– Balkon aufräumen und mit Hochdruckreiniger bearbeiten (Notiz an mich: Woher bekomme ich einen Hochdruckreiniger?)

 

– Fenster inkl. Rahmen putzen (Notiz von mir an mich: Von beiden Seiten!)

 

– Keller aufräumen (Notiz von meiner Freundin an mich: Aufräumen!!! Nicht nur “schön stapeln”! Das heißt, du musst auch ein wenig von deinem Scheiß wegwerfen!)

 

– alten Kleiderschrank von Viola abbauen

 

– neuen Kleiderschrank von Viola aufbauen

 

– persönliche Dokumente und Unterlagen sortieren/wegheften

 

Klingt nach einer Menge Spaß!

 

…::: Bild-Recycling Part 1 – Kaum etwas davon erledigt :::…#33_bucketlist

 

In der Unterhaltungsabteilung sieht es nicht besser aus. Von den ganzen ungespielten Games die hier rumfliegen, habe ich seit Beginn meiner Elternzeit nichtmal 10% spielen können.

 

Von Watch_Dogs sah ich erst kürzlich den Abspann. Aber das Game hatte ich auch vorher schon über Monate hinweg immer mal wieder für wenige Stunden gezockt.

 

Ein Großteil der Schuld, dass ich noch keine meiner Games beendet habe, wollte ich auf meine bestehenden “Zocke-Unlust” schieben. Nur trifft das auf die letzte Woche nicht mehr ganz zu. An fast jedem Abend klebte ich für knapp 2 Stunden an dem Bildschirm meines Nintendo 3DS und zockte Luigis Mansion 2. Keine Ahnung warum, aber irgendwie ließ mich das kindgerechte Spielprinzip nicht mehr los.

 

Vermutlich lag meine Vorliebe für den Handheld am heißen Wetter. In unserer Dachgeschosswohnung herrschen nach einem mäßig sonnigen Tag Zimmertemperaturen, bei denen selbst Adamantium oder das Exoskelett des Terminators zu schmelzen beginnt. Sich dann noch Kopfhörer auf die Rübe zu setzen, um mit vernünftigem Sound zocken zu können, grenzt an Selbstmord. Also war die tragbare Konsole eine willkommene Abwechslung.

 

Bis einschließlich Sonntag hat mir das Einfangen von Geistern in Luigis Mansion 2 so viel Spaß bereitet, dass ich in meinem Kopf schon Höchstwertungen für das Game vorformuliert hatte. Es waren komplette Textpassagen in meinem Kopf ausformuliert mit dem Fazit einer absoluten Kaufempfehlung aufgrund des stets spaßigen und frustfreien Spielverlaufs… ABER!!! Es musste ja so kommen, dass ich Sonntagabend das letzte Level des Spiels erreichte und zum ersten Mal!!! seitdem ich dieses Game zocke, den Game Over Bildschirm zu Gesicht bekam. Eigentlich nicht weiter tragisch, aber die unfaire Situation ließ vermuten, dass ich auch ein zweites Mal an der selben Stelle verrecken werde… und genau so war es! Ich startete einen dritten Anlauf. Allerdings war ich bereits dermaßen gefrustet, dass ich unvorsichtig wurde und schon vor der besagten Scheiß-Stelle ein “Game Over” auf dem Bildschirm sah.

 

Brutal genervt klappte ich den 3DS zu, schnaubte einmal kräftig durch und konnte nicht glauben dass Nintendo ein so schönes Spiel, welches für Kinder ab 6 Jahren freigegeben ist, im letzten Level dermaßen unfair und schwer gestaltet, dass einem jeglicher Spaß verloren geht. Das Kind, welches diesen Level mit seinen 6 Jahren beendet würde ich mal gerne sehen.

 

Ich habe Luigis Mansion seitdem nicht mehr angerührt. Schlimmer noch! Mir ist die komplette Freude am 3DS verloren gegangen. Es ist jetzt schon abzusehen, dass ich einen Großteil der 3DS Games niemals selbst spielen werden. Wenigstens zockt meine Freundin hin und wieder am Abend ein paar ihrer Anwalt-/Knobelspiele.

 

…::: Bild-Recycling Part 2 – Kaum was davon gezockt :::…games games games

 

An den Abenden, wo ich somit zocken könnte bis der Arzt kommt, da ich am nächsten Tag keinen Baby-Dienst habe und ausschlafen könnte, schmelze ich auf der Couch dahin und versinke im VideoGameDad-Selbstmitleid. Zum Glück gibt es immer wieder ein paar Filme aus der Datenbank aktueller OnDemand Dienste, die ich noch nicht kenne.

 

So habe ich wenigstens das Gefühl meine kostbare Freizeit nicht komplett zu verschwenden… ein Trugschluss, ich weiß…

Es wird Zeit, dass in vier Wochen die GamesCom startet und meinem Zockerherzen einen kräftigen Stromschlag verpasst!

 

Gruß

VGD

 

PS: Nein! Der Blog kommt ab jetzt nicht immer Dienstags/Mittwochs… ich bin momentan nur etwas verpeilt.

PPS: Fotos gibt es auch bald wieder mehr.

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