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#39 – Schlecht fürs Geschäft

Von am Jul 28, 2014 in Blog

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In der letzten Woche erreichte mich folgender Leserkommentar:

 

„Wieso klingt der Blog eigentlich immer so „weinerlich“ ? Rocker, du hast ne Frau die dich (vermutlich zumindest ein wenig) mag, eine putzmuntere Tochter, einen guten Job und gerade 60 (in Worten „SECHZIG“) Tage Urlaub…und doch lese ich da nur Gejammer.“

 

 

Sogar meine Freundin hatte das bereits bemängelt und meinte zu mir, mein Blog liest sich momentan so, als wäre ich oft von allem angenervt.

 

Dem ist natürlich nicht so!

 

Aber ich hatte angenommen das Erfolgskonzept eines jeden Autor ist, wie die Weltliteratur zeigt, sich auf die dramatischen Ereignisse einer Geschichte zu konzentrieren. Denn eine weit verbreitete Krankheit unter uns Menschen ist das Desinteresse für das Gute im Alltag.

 

Würden wir einen alten Freund oder eine alte Freundin in der Stadt treffen und geben auf die Frage “Wie geht es dir?” die Antwort “Alles super soweit!”, stehen die Chancen nicht schlecht, dass das Gespräch schneller endet als es angefangen hat. Erst ein “Aktuell läuft es so lala” löst in manchen von uns wahres Interesse aus. Die menschliche Gier nach “Drama” sorgt für eine genauere Nachfrage nach dem aktuell nicht ganz perfekten Gemütszustand.

Aber da habe ich mich in meinen aufgeschlossenen Lesern wohl geirrt und will euch die heiteren Seiten meines Familienlebens nicht vorenthalten.

 

Mein Blog nennt sich “VideoGameDad” und wie es dem “VideoGame” in mir geht, habe ich die letzten Wochen eindrucksvoll zu Papier gebracht. Den wohl viel wichtigeren “Dad” aber, mag ich vielleicht ein wenig aus den Augen verloren haben. Und das, wo ich doch aktuell dank Elternzeit 7 Tage die Woche die meiste Zeit die Daddy-Rolle besetze und bis auf die Abendstunden eigentlich den ganzen Tag mit der Familie verbringe.

 

Was also passiert so im Leben eines glücklichen Vaters mit einer 9 Monate alten Tochter und einer Menge Freizeit?

 

Den Großteil haben wir bisher tatsächlich mit dem “Testen” der ganzen Spielplätze in unserem näheren Umkreis verbracht. Ausgerüstet mit Schaufel, Eimer, Sieb und einer kuscheligen Decke ging es an allen sonnigen Tagen raus in den Sand.

 

Auffällig war dabei stets, dass wir mit unserer 9 Monate alten Tochter die einzigen Eltern sind, die sich dem nicht ganz stressfreien Wagnis eines Spielplatzbesuch mit Baby hingeben. Alle anderen Kinder waren eindeutig älter und gingen eigentlich alle bereits in den Kindergarten. Einzig wenn die Familie noch jüngere Geschwisterkinder dabei hatten wurden diese am Rand der Spielwiese abgesetzt aber nicht in die Nähe des Drecks gelassen.

 

Wer uns besser kennt weiß, dass wir in manchen Dingen im Bezug auf unsere Erziehung ein wenig “alternativ” erscheinen, aber mit einem Kind (oder einem Baby) auf dem Spielplatz zu gehen halte ich nicht für unnormal.

 

…::: Glückliche und Geduldige Eltern :::…Ruhe vor dem Sturm

 

Für viele Eltern ist es aber einfach zu stressig seinem 9 Monate jungem Kind ständig erklären zu müssen, dass es den Sand nicht verspeisen darf. Egal wie lecker die Sandburg auch aussehen mag die gerade von einem Elternteil erbaut wurde. Es ist halt nicht der klassische “Kind abliefern und ein Buch lesen” Spielplatzbesuch. Eher sollten sich die abenteuerlustigen Eltern selbst Klamotten anziehen, die ruhig dreckig werden können. Denn eine ständige Betreuung im Sand ist in dem Alter noch unerlässlich.

 

Die “Show” möchte ich aktuell auch nicht verpassen.

 

Violas erste Schritte im Sand und das fragende Gesicht in unsere Richtung war einfach Gold wert!

 

…::: Erste Schritte im Sand :::…Erste Schritte

 

Anschließend wurde fleißig mit den Händen im Sand gegraben und während “Mama und Papa” mit Schaufel, Eimer und Sieb neben Viola selbst ein wenig spielten, wirft sie ständig den Sand über ihren Kopf vergleichbar mit einem Elefanten der mit seinem Rüssel Wasser über seinen Kopf schüttet.

…::: „Nimm mich wieder hoch Papa!“ :::…Hilfe

 

Und auch das Kind in mir ließ nicht lange auf sich warten. Nachdem wir unseren “Lieblingsspielplatz” gefunden und an diesem mehrfach sesshaft geworden sind, habe ich mich irgendwann hinreißen lassen. Mit Schaufel und Eimerchen bewaffnet schmiss ich mich in den Sand und grub ein Loch von 1 Kubikmeter Größe in dem ich mich anschließend mit Viola verstecken konnte.

 

…::: Minecraft in der Realität :::…Minecraft

 

Die Aufmerksamkeit der anderen Kinder war mir da natürlich sicher und ich würde lügen wenn ich nicht ein wenig stolz auf mich war als all die Kinder mein Meisterwerk begutachteten und sich wunderten warum ihr Vater, der mit Buch am Spielplatzrand saß, mit ihnen kein so cooles Loch grub.

 

…::: „Was hab ich da eigentlich für nen Freak als Vater ?!“ :::…Freak Vater

 

 

 

Ich war natürlich kein Unmensch und habe mit den Kids geteilt bzw. das Bauwerk komplett abgetreten als wir wieder nach Hause abgezogen sind.

 

Ihr seht also. Wenn ich am Abend nicht gerade in Minecraft Klötzchen versetze, bin ich auch tagsüber handwerklich sehr aktiv.

 

Gruß

VideoGameDad

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