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#30 – Rolle in die Freiheit!

Von am Mai 26, 2014 in Blog

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Leck mich fett… Schon der 30. Eintrag. Das heißt auch mein Töchterchen ist bereits vor 30 Wochen auf diesem Planeten gelandet und dreht seitdem meine Welt auf den Kopf.

 

Grund für mich ein neues Babyupdate zu verfassen.

 

Obwohl unser Sonnenschein mit ihren fast 10 Kilo bei einer Körpergröße von circa 73cm neben gleichaltrigen Babys eher wie eine Supernova wirkt, gibt es für uns als Eltern nichts zu befürchten. Was sich für manche Leser anhören mag, als hätten wir ein Nilpferd gezeugt, ist laut Kinderärztin absolut im (Oberen) Normbereich und in der heutigen Zeit keine Seltenheit mehr.

 

Mit jedem Tag der vergeht können wir der Kleinen zusehen wie sich ihre Motorik, die Agilität und

ihr Bewusstsein für ihr eigenes Umfeld immer weiter entwickelt.

 

Schrieb ich vor ein paar Wochen noch, dass es sehr frustrierend für ein Baby ist wenn es sich von der Bauchlage nicht zurück in die Rückenlage drehen kann, so muss ich meine Aussage jetzt dahingehend anpassen, wie ermüdend es für die Eltern sein kann, wenn man das Baby auf die Krabbeldecke legt und es sich keine 2 Minuten später bis an das andere Ende im Wohnzimmer rollt. Dort angekommen wir dann das Bücherregal ausgeräumt.

 

Mittlerweile stellt es für Viola kein Problem mehr dar sich von der Rückenlage auf den Bauch, vom Bauch in die Rückenlage und wieder von der Rückenlage auf den Bauch zu drehen. Krabbeln wird mit dieser Technik vollkommen überflüssig, denn man kommt trotzdem irgendwann an sein “gewünschtes” Ziel. Wobei das Ziel für ein Baby in diesem Alter so ziemlich alles darstellt, was scheinbar nicht für Babyhände vorgesehen ist.

 

Wirklich, es ist ja nicht so als hätten wir kein geeignetes Spielzeug für unsere Tochter im Haus!

 

Aber egal ob Bauklötze mit eingebautem Spiegel und glitzerndem Prisma oder Bio-Gummibaumholz-Klanghölzer mit der Lizenz zum Krach machen, viel interessanter ist immer die Schublade oder das Regal am Ende des jeweiligen Zimmers. Vermutlich könnte selbst ein Bauklotz mit eingebautem Todesstrahl nicht für die nötige Aufmerksamkeit sorgen.

 

Zu dem Objekt der Begierde wird sich dann unter lautem Schnaufen ähnlich einer Dampflok und scheinbar auch unter selbigen Kraftaufwand hingerollt. Nur mit der Orientierung klappt es beim Rollen noch nicht so gut, sodass oft entweder unfreiwillig ein falschen Ziel angefahren wird, oder aber Viola sich in einem großen Radius im Kreis dreht. Erst wenn wieder angehalten und ein Lagecheck durchgeführt wird, sieht man dem Babygesicht an, dass es nicht versteht warum die Umgebung unverändert bleibt und die Schublade noch immer nicht in der Nähe ist.

 

Kennt ihr diese Wieselball-Dinger vom Flohmarkt? So beschreibt sich aktuell wohl am besten das Bewegungsmuster meiner Tochter. Keine Ahnung ob es am schlechten Orientierungssinn der weiblichen Spezies, am noch jungen Alter oder an der Kombination aus beidem liegt… aber am Wohnzimmereingang ausgesetzt würde sie den Weg zu ihrer Krabbeldecke nicht mehr absichtlich wiederfinden. Mit einem Alter von 7 Monaten aber vollkommen akzeptabel.

 

Auch die Motorik hat sich in den letzten Wochen deutlich weiterentwickelt. Das Augapfel-Grabschen macht dabei besonders viel Spaß und gleicht teilweise einem gezielten Versuch zu einem Fatality. Blöd ist nur: Wenn ich symbolisch laut “Aua!” aufschreie… lacht sich das Baby vor Schreck fast zu Tode. Ein weiterer Angriff auf das Auge ist in 50% aller Fälle die Folge. Nicht mehr lange und ich muss mir einen Footballhelm kaufen und den Gesichtsbereich mit Kaninchendraht verkleiden um mein Augenlicht auch weiterhin zu erhalten.

 

…::: Der Wieselball Effekt :::…Wieselball Effekt

 

Wie einige vielleicht gelesen haben, geben wir unserem Kind kein Brei. Wir dünsten allerhand Gemüse so weich, bis es auch von einem Babygaumen zerdrückt werden kann oder verwenden Gemüsesorten die auch roh schon eine weiche Struktur haben. Hinzu kommt selbst gebackenes “Baby-Brot” (ohne Salz) oder eben Reis, Nudeln mit Tomatensauce und andere einfache Gerichte die für einen Körper in der Alterklasse von 30. Wochen keine schädlichen Auswirkungen haben. Viola darf/soll sich aus dem Teller dann selber nehmen was sie möchte um so unter anderem die Greifmotorik zu schulen und die verschiedenen Fasern sowie Konsistenzen selbst zu entdecken. Durch das selbst gesteuerte Essverhalten lernt der kleine Mensch angeblich schneller auf sein Sättigungsgefühl zu hören als wenn das Gläschen Brei mit einem Löffel von den Eltern in den Körper befördert wird. Was nicht automatisch heißt, dass Gläschennahrung falsch oder schlechter ist… für uns ist aber das sogenannte “Baby-led weaning” der Weg den wir persönlich am besten finden und den wir gewählt haben. Der Erfolg gibt uns recht.

 

Denn während die Grobmotorik bereits für den FightClub ausreicht, so hat sich meiner Meinung nach gerade durch die Art der Ernährung die Feinmotorik in den letzten Wochen erstaunlich weiterentwickelt. Ganz gleich ob eine glitschige Tomate oder eine Spiralnudel mit Sauce, alles wird mit dem sogenannten “Pinzettengriff” (Daumen und Zeigefinger) aufgegriffen und zielsicher zum Mund geführt. Ähnlich wie “Edward mit den Scherenhänden” anfangs alles ruiniert was er berührt, ist das größte Problem für “Ivy mit den Pinzettenhänden” dabei die Tomate oder die Nudel nicht vorher komplett zu zerquetschen.

 

Wissensblock am Rande:

„Warum ‚Ivy mit den Pinzettenhänden‘, ich dachte das Baby vom VideoGameDad heißt Viola?!?“

Korrekt! Aber wir in meinen ersten Blogeintrögen geschrieben hat meine Tochter einen Doppelnamen spendiert bekommen. Viola kam von meiner Freundin, während ich mich für „Ivy“ entschieden habe. Selbstverständlich benannt nach „Poison Ivy“ aus den Batman Comics. Einer der wohl coolsten weiblichen Schurken im DC Universum.


 

Hat Viola es dann geschafft, sorgt das zufriedene Grinsen für alle Beteiligten am Tisch für kollektive Freude.

 

…::: Kollektive Freude – es ist EIN! Maiskorn im Mund gelandet :::…Kollektive Freude

 

Aber wo Licht ist, gibt es auch die dunkle Seite der Macht.

 

Nicht so gut klappt (verständlicherweise) die Nahrungsaufnahme mit Besteck. Den erste Versuch mit einem Löffel zu essen, starteten wir mit Kinderbesteckt und einem entsprechenden Metalllöffel in Kindergröße. Noch bevor ich sagen konnte, dass ich das für keine gute Idee halte, hatte sich Viola den Löffel auch schon mit Warp 4 ins eigene Auge gerammt und mit entsprechend lautem Geschrei weggeschmissen. Wir wechselten auf babykonforme Löffel die (aus Bambus und Maisstärke hergestellt) deutlich leichter und griffiger waren als die Metallversion. Aber auch hier blieb der Erfolg aus. Die Koordination von “Essen auf den Löffel schaufeln” und “Löffel mit Essen drauf in gyroskopisch korrekter Laufbahn zum Mund befördern” will einfach nicht klappen und sorgt bei der dritten leeren Schaufel im Mund für Frust. Auch dann fliegt der Löffel wieder durch die Luft. Viel leichter ist es scheinbar, den Löffel mit dem schmalen Ende zuerst in den Mund zu stopfen, und anschließend wie bei einer Pfeife dran zu saugen.

 

Ein weiterer “kleiner Nachteil” der Ernährungsmethode ist die größere Sauerei die ein Baby anrichtet, wenn man es sich selbst füttern lässt. Nicht selten kommt es vor, dass ich mir während des Essens und anschließendem Anblick unseres Wohnzimmers/Essbereiches denke:

 

“4 Milliarden Frauen auf diesem Planeten… und ich erwische die eine Ökobraut, die vorschlägt unser Kind auf möglichst natürlichem Weg zu erziehen um eine natürliche Entwicklung zu fördern… und habe zugestimmt…”

 

…::: You’re doing it WRONG! *faceplam* :::…Rauch den Löffel einfach weg...

 

Aber ich würde lügen, wenn ich behaupte es lieber anders zu halten. Es ist einfach traumhaft mit anzusehen wie Viola die Welt selbst entdeckt und ihre Hände im Umgang mit immer neuen Lebensmitteln erprobt.

 

Jetzt, mit den ersten beiden Zähnen im Unterkiefer kann sogar noch mehr weg geknabbert werden als zu der Zeit, wo noch auf den blanken Felgen Ananas & Co zerquetsch werden musst. Wo früher die Brotkruste regelrecht „eingespeichelt und zerlutscht” wurde, rammt Viola heute einfach die Beisserchen rein und zeigt dem Brot wer der Boss ist! Wo gehobelt wird fallen bekanntlich Späne, aber der Pinzettengriff aus Zeigefinger und Daumen, hilft selbst herabfallende Krümel fein säuberlich vom Tisch aufzulesen und, wenn alles gut geht, in den Mund zu stecken.

 

In ein paar Wochen, dessen bin ich mir sicher, besteht endlich die Möglichkeit die „Bio-Gummibaum-Klanghölzer“ Viola in die Hand zu drücken und diese als Rhythmusinstrument als festen Bestandteil in meine meine Harmonica Jam-Sessions einbauen zu können.

 

Bis es so weit ist, gebe ich mich mit den bisherigen Fähigkeiten meiner Tochter zufrieden. Immerhin reichen diese aus um “Gentlemans Club” zu spielen und mit Zigarre und einem Glas feinsten Wassers über die “ÄäääääÄäÄÄÄ!!!” und “OOOOUUUUuuuAA” dieser Welt zu debattieren. Wird uns das Ganze zu langweilig, cruisen wir einfach ein bisschen durch die Wohnung… das Ziel ist uns dabei egal… wir leben den (Baby)Traum von wahrer Freiheit… der rollenden Freiheit.

 

…::: Gentlemans Club :::…

Hier solltet ihr ein grandioses Bild zu sehen bekommen wie ich meine Tocher zum Rauchen animiere. Aber leider hat es das Bild noch nicht durch die FX-Abteilung geschafft. Schaut in ein bis zwei Tagen noch mal rein. Es lohnt sich!

 

Gruß

VideoGameDad

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