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#9 – you have to use your hands?!!

Von am Dez 29, 2013 in Blog

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Letzte Woche hat euch VideoGameDad die Funktionsweise von Kinect für die Xbox 360 erklärt. Sogar streng geheime technische Einzelheiten wurden erbarmungslos an die Öffentlichkeit getragen und mit präzisen Zeichnungen untermauert.

 

Der Beitrag erfreute sich so großer Beliebtheit, dass ich noch immer dabei bin meine Leserpost zu sortieren. Die schönsten Morddrohungen werde ich so lange an den Kühlschrank hängen, bis unsere Tochter mit eigenen Zeichnungen den Platz beanspruchen wird. Um zu beweisen dass ich den subtilen Hinweis in der Fanpost verstanden habe, geht es ihn gewohnt geiler Qualität weiter.

 

Dreht Kinect 2.0 das Blatt? Warum ist die NSA in meinem Wohnzimmer? Und was werden unsere Kids wohl in 20 Jahren von dem Krempel halten?

 

Mit Ankündigung der Xbox ONE war jedem klar, dass auch Kinect wieder eine große Rolle spielen wird. Microsoft hat immerhin Unsummen in die Forschungsabteilung gesteckt um das Produkt zu verbessern. Stets mit dem Ziel durch mehr Funktionen den Kundenkreis zu vergrößern und die Konsole auch für Menschen interessant zu machen, die laut eigener Aussage bisher nichts mit Videospielen anfangen können.

 

Aber Microsoft hat mit Veröffentlichen der Funktionen nicht damit gerechnet, dass der Internetmob es in diesem Jahr auf den Konzern abgesehen hat. Nach dem gescheiterten
Versuch, den Verkauf von gebrauchten Spielen zu unterbinden, gab es bei Kinect ähnliche “Designschnitzer”.

 

Ein Beispiel ist ein älteres Patent von Microsoft, welches es erlaubt, die Menschen im Wohnzimmer über eine Kamera zu beobachten und ihr Lebensstil (Kleidung, Getränke auf dem Tisch usw.) für Werbezwecke nutzen zu können. Das Patent Beschreibt außerdem die Möglichkeit beim ausleihen eines Films pro Kopf abzurechnen. Schaut man sich also mit 3 Leuten im Wohnzimmer einen Film an, würde die Leihgebühr 3x berechnet werden und vor dem Film wird passende Werbung gezeigt. Es gab dazu keine konkreten Pläne oder Ankündigungen, aber der Internetgemeinde reichte dieses Patent aus, um eine riesige Welle gegen Microsoft zu starten. Der Konzern wies umgehend alle wilden Anschuldigungen zurück und versicherte, dass es sich nur um den rechtzeitigen Patentantrag dreht, damit andere Firmen nicht schneller sind. Tatsächlich ist es nicht unüblich, dass große Firmen viele Patente besitzen, welche aber in der Form nie umgesetzt werden.

 

…::: Stecken NSA & Microsoft unter einer Decke ?! :::… #9_NSAQuelle: Wikipedia

 

Ein in 2013 sehr präsenter Regierungsapparat sorgte zudem dafür, dass Kinect 2.0 mit seinen “super Funktionen” nicht aus der schlechten Presse fernzuhalten war. Gemeint sind die Abhör- und Datenklauskandale der NSA. Noch nie war für den Privatmenschen das Thema Datenraub so groß wie in 2013. Uns allen wurde unmissverständlich klargemacht, dass eigentlich alles was wir in digitaler Form über irgendwelche “anonymen” Leitungen schicken, von der Behörde abgegriffen und gespeichert werden kann. Ob nun legal oder nicht soll hier kein Thema sein. Kinect 2.0 warb dummerweise mit der bahnbrechenden Funktion, auch im ausgeschalteten Zustand die Gespräche im Raum zu analysieren um so zu erkennen, wann der Besitzer die magischen Worte zum Aktivieren der Konsole spricht: “Xbox einschalten”. Microsoft versicherte zwar auf Nachfragen, dass immer nur die letzten Sekunden gespeichert werden, um diese durch die Spracherkennung zu schicken, aber interessiert hat das zu dem Zeitpunkt niemanden mehr. Im Rampenlicht von NSA & Co sah sich ein jeder sofort unter ständiger Beobachtung im eigenen Wohnzimmer. Denn wenn Kinect im ausgeschalteten Zustand den Raum abhören kann… wer sagt, dass nicht auch die Kamera ausgewertet werden kann? Bei Webcams am PC hört man schließlich von ähnlichen Fällen.

 

Ich persönlich sehe das alles ein wenig entspannter. Für mich steht bei solchen Erfindungen der technische Komfort ganz klar im Vordergrund. Die meisten Leute, die solche Panikinfos verbreiten, sind meiner Erfahrung nach generelle Kritiker neuer Techniken und sich den Folgen ihrer Äußerungen nicht immer bewusst.

Wenn ich bspw. meine Konsole per Sprachbefehl einschalten möchte, muss die Konsole den Raum ständig abhören und meine Wortfetzen analysieren. Wie sonst soll das bitte funktionieren? Ihr könnte euch im Selbstversuch beim nächsten Gespräch mit dem Partner/der Parterin einmal die Ohren zu halten und gucken was passiert. Zugegeben… zum Leiden meiner Freundin muss ich mir für den selben Effekt nicht zwangsläufig die Ohren zuhalten. Ich kann auch so sehr gut nicht zuhören.

 

All das ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch Kinect 2.0 sich nur eher mäßig im eigenen Wohnzimmer schlägt. Die Spracherkennung funktioniert ein Stückchen besser als noch beim Vorgänger. Allerdings muss man penibel genau wissen wie die Sprachbefehle lauten und wie man diese sauber artikuliert ausspricht. Ein “Xbox geh zur Startseite” bspw. führt meist zu ungewollt anderen Aktionen als ein sauber ausgesprochenes “Xbox gehe zur Startseite”. Nuscheln ist also verboten und ich frage mich unweigerlich wie Menschen mit ausgeprägtem Dialekt, die selbst wenn sie wollen keine saubere Aussprache besitzen, mit der Funktion klarkommen. Ich freue mich an dieser Stelle über Leserpost des Ostdeutschen Fanblocks. Betreff der Mail bitte “Kinöct? Dös könscht göpflöscht vergössen!”

 

Positiv beim neuen Kinect ist die Weitwinkeloptik welche nun auch in kleineren Wohnzimmern für optimale Spielbedingungen sorgt. Skypen mit der Familie macht nun endlich richtig Spaß. Die Gesichtserkennung und das automatische Anmelden funktioniert tadellos und sorgt bei mir jedes Mal aufs Neue für ein Grinsen im Gesicht. Es scheint als geht der Traum einer voll funktionsfähigen Enterprise doch irgendwann in Erfüllung. Was dann allerdings nicht gut funktioniert ist die automatische Zuordnung von Controller und Spieler. Nimmt man einen Controller vom Tisch, sortiert Kinect diesen Controller über Infraroterkennung meinem Gesicht zu und ich steuere meinen Charakter. Schnappt sich nun meine Freundin den zweiten Controller wird auch hier der Controller anfangs problemlos zugeordnet. Aber sobald meine Freundin sich samt Controller unter die Wolldecke kuschelt und die Infrarotsensoren des Controllers verdeckt sind, weiß Kinect zwar das ein Pad angemeldet ist (die eigentliche Verbindung wird über einen WLAN Standard aufgebaut) aber kann keine optische Zuordnung mehr durchführen. Das hat zur Folge, dass der Controller nicht mehr meiner Freundin zugeordnet wird und sie ihre Spielfigur nicht steuern kann. Wohlgemerkt ist uns das bisher nur bei unserem einzigen Zweispielertitel “LEGO Marvel” so passiert. Keine Ahnung wie das bei anderen Titeln aussieht die man zu zweit spielen kann.

 

Zusammengefasst bleibt zu sagen, dass Kinect 2.0 mit Sicherheit eine große Weiterentwicklung ist und durch Softwareupgrades noch deutlich verbessert werden kann. Aber zum heutigen Standpunkt ist das Teil ausschließlich für die automatische Anmeldung und wenige Sprachbefehle zu gebrauchen. Selbst meine Tochter scheint mich mit ihren zwei Monaten besser zu verstehen.

 

Man darf wohl gespannt sein was uns in Zukunft alles erwartet. Wie unschwer zu erkennen, arbeiten mittlerweile alle namenhaften Großkonzerne aus der Elektronikbranche an der Sprach- und Gestenerkennung in sämtlichen Bereichen unseres Lebens. Das was Kinect gerne wäre, sind moderne Smartphones bereits jetzt und machen unser Leben so ein wenig komfortabler. Komischerweise ganz ohne Massenhysterie und Angst vor der NSA.

 

Vermutlich wird meine Tochter als Teenager nur noch per Sprachbefehl oder Fingerbewegungen in der Luft mit ihrer Heimelektronik kommunizieren. Haptische Eingabegeräte wie eine Tastatur, und vielleicht sogar ein Touchscreen kennt sie dann nur noch aus langweiligen Erzählungen ihres Dads. Bereits jetzt sieht man immer häufer, dass die Kids von heute mit der alten PC Tastatur nur wenig anfangen können. Warum auch, alle Knöpfe werden, so wie sie gerade gebraucht werden auf dem Touchscreen von iPad & Co angezeigt und ergonomisch passend angeordnet.

 

Technisch sollte eine Sprachbedienung wie wir es aus Enterprise kennen in der kompletten Wohnung kein Problem sein. In jedem Raum sind mehrere Mikrofone in der Decke verbaut, alle Geräte im Haushalt sind vernetzt und ein Server in der großen Wolke des Internets wertet ständig unsere Gespräche aus. Sage ich dann “Computer! Sorge bitte für romantische Musik” weiß eine auf mich abgestimmte Software sofort, welche Musik zu spielen ist. Sollte es noch keine Server geben, die solche Aufgaben bewältigen, können als Alternative 400 EUR Jobber im Schichtdienst meine Gespräche mithören und darauf reagieren. Sollte doch alles nicht so schwer sein. Am Anfang des Telefon Zeitalters gab es schließlich auch noch eine Vermittlungsstelle.

 

Wie genau das Alles dann im Heimbereich “problemlos” funktioniert, sieht man sehr gut in “Zurück in die Zukunft 2”. Als ob Bob Gale, der Autor der Filme, es 1989 beim Schreiben des Drehbuchs gewusst hatte, sind extrem viele der damaligen Visionen bereits heute Wirklichkeit oder auf dem besten Weg es zu werden. Als bestes Beispiel ist wohl die Szene zu nennen in der ein kleiner Junge (übrigens die erste Filmrolle von Elijah Wood) zu Marty McFly nach der Reparatur eines alten Videospielautomaten ungläubig sagt:

 

“WAS?! Das spielt man mit den Händen?!!”

…::: Eliha Wood wusste es schon mit 8 Jahre [KLICK MICH] :::…
#9_WildQuelle: YouTube

 

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch in das Jahr 2014 und freue mich auf unser wiedersehen.

 

Grüße

VideoGameDad

Quelle Blogcover: Screenshot of Wild Gunman, Nintendo 1985. All Rights Reserved.

2 Kommentare

  1. Avatar WWW

    30. Dezember 2013

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    So, jetzt bitte noch eine Beschreibung der Viola Kinect. Nicht nur kurz anreissen, sondern auch mal etwas mehr zur dem Thema bloggen. Vorallem etwas zu den Fortschritten der visuell/akustischen Eingaben und Änderungen im Spielinterface.

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