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VGD GC S #2 – Morpheus

Von am Aug 15, 2014 in Blog

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Weiter geht es mit meinem zweiten VideoGameDad GamesCom Special.

 

Nachdem ich mich gestern am Fachbesucher Tag gefühlt habe wie Aschenputtel, hat sich der Traum heute in Luft aufgelöst. Wobei ich mit Luft eigentlich eher 50.000 Menschen meine die als “normale Besucher” in die Messehallen gestürmt sind.

 

Vorbei mit den kurzen Wartezeiten.

 

Dennoch konnte ich heute als Fachbesucher die Hallen bereits um 09:00 Uhr, statt wie die “Normalos” um 10:00 Uhr betreten. Der Zeitpuffer von einer Stunde hat gereicht um meinen letzten noch offenen Punkte von meiner “Gamescom To-Do” Liste zu streichen.

 

Ich konnte mich rechtzeitig bei Sonys VR Brille “Projekt Morpheus” anstellen und so einen direkten Vergleich zu Oculus Rift, welches ich gestern (und heute erneut) ausprobieren konnte.

 

Danach war ich unter der Masse trotz Fachbersucher Status auch nur einer der vielen normalen Messebesucher. Das Antesten eines Spiels musste deutlich abgewogen und überlegt werden, denn wo ich gestern maximal 30 Minuten gewartet habe, fingen die Wartezeiten bei den Blockbuster Games heute bei EINER Stunde! an.

 

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

 

 

…::: The Expendables 4 Cast  :::…GC2_cool

 

 

Projekt Morpheus – Halle 7.1

 

Mit Projekt Morpheus schickt Sony sein eigens Pferd in das Rennen des aufkommenden VR-Brillen Hype (yeah so nen schmalzigen Satz wollte ich schon immer mal schreiben).

 

Während Oculus Rift primär für den PC gedacht ist und andere Anwendungsgebiete aktuell nur Gerüchte sind, ist Sonys VR-Brille ausschließlich für den Gebrauch mit der PlayStation 4 vorgesehen.

 

Das hat für Sony gleich mehrere Vorteile. Zum einen können die für die Brille programmierten Spiele sowohl an die immer gleiche Hardware der Konsole, als auch auf die immer gleichen Spezifikationen der VR-Brille angepasst werden. Die Entwickler wissen jederzeit ganz genau wie die Schnittstellen zu programmieren sind und können davon ausgehen das absolut jeder Endverbraucher die selbe Hardware (PS4 + Morpheus) zu Haus hat.

 

Weiterhin hat Sony Weltweit circa 10 Millionen PlayStation 4 Konsolen ausgeliefert was eine fantastische Basis für den Verkauf von Morpheus liefert. 10 Millionen potenzielle Kunden die nur mit den richtigen Kaufargumenten eingefangen werden müssen.

 

Anfangs hatte ich Sorge Morpheus auf der diesjährigen Gamescom nicht antesten zu können. Im Vorfeld der Messe gab es von Sony ein Gewinnspiel um Timeslots zum testen von Morpheus gewinnen zu können. Ich hatte leider kein Glück. Wer sein Glück am Stand der VR-Brille trotzdem versuchen wollte, konnte sich in einer separaten Schlange anstellen. Jedes mal wenn ein Gewinner nicht pünktlich zu seinem Termin erschienen ist, ist ein Messebesucher aus der Schlange eingesprungen. Es gab also keine Möglichkeit abzuschätzen wie lange es dauert bis man ohne goldenes Willy Wonka Ticket an der Reihe ist. Gestern hatte ich wartende Personen in der Schlange nach ihrer Wartezeit befragt und Antworten von 2 bis 3 Stunden bekommen. Eindeutig zu lang.

 

Am heutigen Morgen habe ich direkt den Morpheus Stand angesteuert und war somit einer der ersten Personen in der Schlange. Keine 30 Minuten wurde mir Morpheus von einem Messebetreuer auf den Kopf geschnallt.

…::: Dirty Sánchez hat mich sanft im Griff :::…GC2_Sanchez

 

Dabei viel mir direkt auf, dass Morpheus deutlich “billiger” wirkte als das recht massive Oculus Rift. Das Plastik von Morpheus war leicht am knarzen und der Schaumstoff auf dem Gesicht fühlte sich recht billig an. Die ganze Brille schloss nicht so formschön an meinen Kopf wie das zuletzte getestete Oculus Rift. Hier voreilige entschlüsse zu ziehen wäre an dieser Stelle aber nicht fair. Aus Zeitgründen musste der Promoter die Brille recht schnell auf meinen Kopf setzen und ich hatte nur wenige Sekunden Zeit für eine Korrektur. Auf der anderen Seite liegt Oculus nicht in seiner endgültigen Konsumerversion vor sondern nur als Entwicklerversion in der zweiten Revision. Erfahrungsgemäß werden bei den Prototypen und Entwicklerversionen noch robusterer Bauteile verwendet während erst bei der Endkundenversion auf Kostenreduktion durch Materialeinsparung rücksicht genommen wird.

 

Richtig gestört hat mich am Tragegefühl von Morpheus nur das Nasengummi. Dieses fühlt sich so an wie bei einer Taucherbrille die über das halbe Gesicht geht und drückt meine Nasenlöcher, wenn auch nicht ganz, leicht zusammen (siehe Bild Oben). Das war bei Oculus nicht der Fall, dort blieb die Nase frei.

 

Sobald alles ausgerichtet und festgezogen war, wurde mit der Controller in die Hand gedrückt und ich konnte glücklicherweise den selben Weltraumshooter wie auch gestern am Oculus Rift Stand antesten.

 

Glücklicherweise deswegen, weil mir so ein absolut identischer Vergleich beider Brillen möglich ist.

 

…::: Ich liebe Weltraum-Shooter. Mit VR-Brille sogar noch mehr als gedacht :::…GC2_Space

Owohl ich jetzt gerne tief in die technischen Grundlagen der Unterschiede von Morpheus und Oculus einsteigen würde, halte ich es einfach und kurz.

Das Display von Morpheus liefert einen schlechteren Gesamteindruck als die aktuelle Entwicklerversion von Oculus Rift. Es gibt eine nicht zu übersehende Schlierenbildung beim bewegen des Kopfes, was stellenweise fast schon zur Unspielbarkeit führte wenn ich meinen Kopf nicht absolut still gehalten hätte. Die langsame Reaktionszeit des LC-Displays von Morpheus zerstört einen Großteil der Immersion (das Gefühl im Spiel zu sein).

 

Dafür sieht man bei dieser Technik weniger Pixel als im direkten Vergleich mit Oculus was eigentlich zu einem schärferen Bild sorgen müsste.

 

Das heftige Motion Blur allerdings zerstört diesen Eindruck in fast jedem Moment.

 

Beim Headtracking habe ich absolut keinen Unterschied bemerkt. Beide Brillen arbeiten hier ähnlich und verwenden Positionslichter am Gerät, die von einer mir gegenüberstehenden Kamera erfasst werden um meine Positon im Raum bestimmen zu können. Morpheus verwendet allerdings normale LEDs, denn die PS4 Kamera kann kein Lichtspektrum in Infrarot-Bereich wahrnehmen. Oculus hat es für den Verbraucher schlauer gelöst und nutze in der Brille Infrarot LEDs (deren Lichtwellen für das menschliche Auge nicht sichtbar sind) und eine Infrarot Kamera.

 

 

…::: Positionslichter sogar im Nacken. So kann man sich um 360° im virtuellen Raum drehen:::…GC2_Backlight

 

 

Als VR-Gamer kann es einem aber egal sein ob man aussieht wie ein unsichtbarer Infrarot-Ninja, oder wie die Cranger Kirmis bei Nacht. Schließlich hat man ohnehin eine VR-Brille auf dem Kopf uns steckt in seiner eigenen virtuellen Realität.

 

Als Fazit bleibt zu sagen, dass Morpheus in seiner jetzigen Version für mich leider uninteressant ist und ich Oculus mit Abstand als die bessere Brille empfunden habe.

 

Mit einer der Gründe ist der bald aufkommende Hardware-Hunger den zukünftige VR-Games den Konsolen und PCs abverlangen werden. Die technischen Spezifikationen der PlayStation 4 werden sich bis zum erscheinen der PlayStation 5 (nur Gott und Kazuo Hirai wissen wann sie kommt) nicht ändern. Somit wird es für Sony immer schwieriger die Spiele für Morpheus nicht nur besser aussehen zu lassen sondern überhaupt aktuelle Titel die uns in naher Zukunft interessieren für PS4 inkl VR-Unterstützung zu veröffentlichen. Bereits die von mir auf beiden Systemen angespielte EVE Valkyrie Demo sah vom grafischen Aspekt auf Oculus (angeschlossen an einen Gaming PC Monster) deutlich besser aus als die PS4 Version.

Aber gut, der Vergleich “PC gg. Konsole” war noch nie fair.

 

 

…::: Man erkennt deutlich, dass in der frühen Version noch viel Kabelsalat anfällt :::…GC2_Staunen

 

Dennoch glaube ich fest daran das Morpheus einschlagen wird wie eine Bombe.

 

Denn Sony wird das Teil besonders günstig produzieren können und somit zu einem erschwinglichen Preis anbieten. Gleichzeitig wird Morpheus viel einfacher zu handhaben sein. Während ich bei Oculust Rift auch später noch die richtigen Treiber benötige und genau wie in der aktuellen “PC/Konsolen Welt” eventuell Feintuning in den Einstellungen vornehmen muss bis das Ergebnis stimmt, brauche ich Morpheus nur an die PS4 anschließen und kann loszocken.

 

Es ist das gleiche Prinzip wie in den letzten Jahren.

 

Die PC-Gamer behaupten bei Ihnen sehen die Spiele schöner aus, die Konsolen Gamer aber nehmen diesen eventuelln Grafischen Nachteil für eine deutliche Benutzerfreundlichkeit in kauf.

 

Jeder noch so einfach gestrickte Fußball-Fan (sorry für das Schubladen denken, wer sich angesprochen fühl hört das aber scheinbar von mir nicht zum ersten mal) kann Morpheus benutzen um sich in FIFA 17 von den Spielern persönlich die Hand schütteln zu lassen.

 

Vielleicht überrascht Oculus durch eine ähnlich einfache Handhabung.

Vielleicht weiß der Besitzer der Firma “Oculus VR Inc.”, welcher übrigens niemand geringere als Facebook ist, wie wichtig der einfache Zugang zu einem Produkt ist um überhaupt Erfolgreich sein zu können.

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Schon wieder ist der Abend beim schreiben viel zu schnell vergangen und ich muss ins Bett. Wie machen die ganzen Redakteure das nur?!

 

Ich wollte noch über Sunset Overdrife, Halo Master Chief Collection, Super Smash Brother und Far Cry 4 schreiben, muss das aber alles auf morgen vertagen. Andernfalls kollabiere ich gleich.

 

Meine liebe zum VR-Thema ist mir also mit diesem Beitrag zum Verhängnis geworden.

 

01:21 Uhr. Over and Out.

 

Gruß

VideoGameDad

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